Den „120er Führerschein“ verstehen: Was die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 120 km/h für Ihre Fahrerlaubnis bedeutet
120er Führerschein. Ihre Fahrerlaubnis ist weit mehr als nur ein Stück Plastik, das Ihnen erlaubt, ein Fahrzeug zu führen. Sie ist ein wichtiges Dokument, auf dem nicht nur die Fahrzeugklassen vermerkt sind, die Sie fahren dürfen (wie z.B. B für Pkw oder A für Motorräder), sondern möglicherweise auch bestimmte Bedingungen und Auflagen. Eine solche Auflage, die informell oft als „120er Führerschein“ bezeichnet wird, ist die Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h. 120er Führerschein
Dieser Artikel erklärt Ihnen umfassend, was es mit dieser speziellen Auflage auf sich hat, warum sie verhängt wird, welche praktischen Auswirkungen sie für Sie hat und was Sie tun können, wenn Sie davon betroffen sind. 120er Führerschein
Was genau ist der „120er Führerschein“?
Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen: Der „120er Führerschein“ ist keine eigene Fahrerlaubnisklasse. Es handelt sich dabei um eine Auflage oder Beschränkung, die in Ihre bestehende Fahrerlaubnis eingetragen wird. Diese Auflage besagt, dass Sie mit den Fahrzeugen, für die diese Beschränkung gilt (in der Regel alle Fahrzeuge der Klasse B und möglicherweise weiterer Klassen, die Sie besitzen), eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h nicht überschreiten dürfen. 120er Führerschein
Diese Beschränkung gilt immer und überall, unabhängig von der auf der jeweiligen Straße zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Selbst auf einem Abschnitt der Autobahn, auf dem es kein Tempolimit gibt oder auf dem 130 km/h oder mehr erlaubt sind, dürfen Sie die 120 km/h nicht überschreiten, wenn Ihre Fahrerlaubnis diese Auflage enthält. 120er Führerschein
Auf Ihrer Fahrerlaubniskarte wird diese Auflage durch eine sogenannte Schlüsselzahl unter der entsprechenden Fahrerlaubnisklasse vermerkt. Eine gängige Schlüsselzahl dafür ist zum Beispiel die Schlüsselzahl 181 (in Deutschland und Österreich gängig), die sinngemäß bedeutet: „Beschränkung auf das Führen von Kraftfahrzeugen mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 120 km/h“. Es gibt auch andere Schlüsselzahlen, je nach spezifischer Begründung oder länderspezifischer Regelung, aber die 181 ist die typischste in diesem Zusammenhang. 120er Führerschein
Warum wird die 120 km/h Beschränkung verhängt?
Die Hauptmotivation für die Verhängung einer solchen Geschwindigkeitsbeschränkung ist immer die Sicherheit im Straßenverkehr. Diese Auflage wird nicht willkürlich erteilt, sondern basiert in der Regel auf einer individuellen Eignungsprüfung. Oft wird sie verhängt, wenn Zweifel an Ihrer Fähigkeit bestehen, sicher bei höheren Geschwindigkeiten zu fahren und auf unerwartete Situationen schnell und angemessen zu reagieren. 120er Führerschein
Die häufigsten Gründe, die zu dieser Auflage führen können, sind:
- Altersbedingte Veränderungen: Mit zunehmendem Alter können sich bestimmte Fähigkeiten, die für das Führen eines Kraftfahrzeugs bei höheren Geschwindigkeiten entscheidend sind, verändern. Dazu gehören:
- Verlangsamte Reaktionszeit: Die Zeitspanne zwischen dem Erkennen einer Gefahr und der Reaktion (z.B. Bremsen oder Ausweichen) kann länger werden.
- Eingeschränktes Seh- und Hörvermögen: Eine gute Wahrnehmung der Umgebung ist bei hohen Geschwindigkeiten essenziell. altersbedingte Einbußen können die Fähigkeit beeinträchtigen, Gefahren rechtzeitig zu erkennen.
- Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit: Längere Fahrten bei hohen Geschwindigkeiten erfordern hohe Konzentration, die mit dem Alter nachlassen kann.
- Beweglichkeit: Eingeschränkte Beweglichkeit kann das schnelle Bedienen von Pedalen oder Lenkbewegungen erschweren, was bei plötzlichen Manövern bei hohem Tempo kritisch ist. Es ist wichtig zu betonen, dass diese Auflage nicht automatisch ab einem bestimmten Alter verhängt wird. Sie wird nur dann erteilt, wenn eine ärztliche oder fahreignungsbezogene Untersuchung individuelle Einschränkungen feststellt, die das sichere Fahren bei Geschwindigkeiten über 120 km/h beeinträchtigen könnten. 120er Führerschein
- Medizinische Gründe: Bestimmte Vorerkrankungen oder gesundheitliche Zustände können ebenfalls dazu führen, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung als notwendig erachtet wird, um Ihre Sicherheit und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Beispiele hierfür sind: 120er Führerschein
- Bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Neurologische Erkrankungen (z.B. bestimmte Formen von Schlaganfällen, Parkinson im fortgeschrittenen Stadium).
- Starke Sehbeeinträchtigungen, die auch mit Sehhilfen nicht vollständig korrigierbar sind und das Gesichtsfeld oder die Sehschärfe für hohe Geschwindigkeiten limitieren.
- Bestimmte Stoffwechselerkrankungen (wie Diabetes mit schweren Komplikationen), die plötzliche Leistungseinbußen verursachen können.
- Einschränkungen des Bewegungsapparates, die eine schnelle Reaktion behindern. 120er Führerschein
- Ergebnis einer Eignungsprüfung: Manchmal wird diese Auflage auch als Ergebnis einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) oder einer speziellen Fahrverhaltensbeobachtung nach Verkehrssauffälligkeiten verhängt, wenn die Gutachter oder Prüfer zu dem Schluss kommen, dass Sie zwar grundsätzlich fahrtauglich sind, aber das sichere Beherrschen des Fahrzeugs im Hochgeschwindigkeitsbereich nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet ist. 120er Führerschein
Die Entscheidung über die Verhängung der Auflage wird immer von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde (auch Führerscheinstelle genannt) getroffen. Basis dafür ist in der Regel ein positives Gutachten von einem qualifizierten Arzt (oft mit Zusatzqualifikation Verkehrsmedizin) oder das Ergebnis einer amtlichen Fahrverhaltensprüfung. 120er Führerschein
Der Prozess: Wie die Beschränkung eingetragen wird
Der Weg zur Eintragung der 120 km/h Beschränkung auf Ihrer Fahrerlaubnis beginnt meist mit einer der folgenden Situationen:
- Routinemäßige Überprüfung: In einigen Bundesländern oder bei bestimmten Altersgruppen kann es zu routinemäßigen Überprüfungen der Fahreignung kommen.
- Mitteilung von Ärzten: Wenn ein Arzt bei Ihnen eine Erkrankung feststellt, die potenziell Ihre Fahreignung beeinflussen könnte, ist er unter bestimmten Umständen verpflichtet oder berechtigt, die Fahrerlaubnisbehörde zu informieren.
- Verkehrsauffälligkeiten: Schwere Verkehrsverstöße oder Unfallbeteiligungen können eine Überprüfung Ihrer Fahreignung auslösen. 120er Führerschein
Die Fahrerlaubnisbehörde fordert Sie dann auf, ein ärztliches Gutachten oder eine verkehrsmedizinische Untersuchung beizubringen. In manchen Fällen kann auch eine Fahreignungsprüfung unter realen Verkehrsbedingungen angeordnet werden, bei der ein Gutachter oder Fahrlehrer speziell Ihre Fähigkeit bewertet, ein Fahrzeug sicher bei höheren Geschwindigkeiten zu führen und auf die Verkehrssituation zu reagieren. 120er Führerschein
Das Ergebnis dieser Untersuchung(en) wird der Fahrerlaubnisbehörde vorgelegt. Wenn das Gutachten zu dem Schluss kommt, dass Ihre Fähigkeit, bei Geschwindigkeiten über 120 km/h sicher zu fahren, eingeschränkt ist, wird die Behörde die entsprechende Auflage erteilen und in Ihre Fahrerlaubnis eintragen lassen. Sie erhalten dann einen neuen Führerschein mit der eingetragenen Schlüsselzahl. 120er Führerschein
Tabelle: Wichtige Fakten zur 120 km/h Beschränkung
Hier finden Sie eine zusammenfassende Übersicht der wichtigsten Punkte:
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Was es ist | Eine Auflage/Beschränkung auf Ihrer bestehenden Fahrerlaubnis, keine eigene Fahrerlaubnisklasse. |
| Geschwindigkeitslimit | Sie dürfen maximal 120 km/h fahren – unabhängig von der auf der Straße erlaubten Höchstgeschwindigkeit. |
| Schlüsselzahl | Gekennzeichnet durch eine Schlüsselzahl auf der Fahrerlaubniskarte (oft 181). |
| Grund | Verhängt aus Gründen der Verkehrssicherheit, basierend auf individueller Prüfung. |
| Auslöser | Altersbedingte Veränderungen, medizinische Erkrankungen, Ergebnis einer Eignungsprüfung. |
| Verhängt durch | Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde (Führerscheinstelle). |
| Basis der Entscheidung | Ärztliches Gutachten (verkehrsmedizinische Untersuchung), ggf. Fahrverhaltensprüfung. |
| Geltungsbereich | Gilt für die Fahrerlaubnisklassen, bei denen die Schlüsselzahl eingetragen ist (meist Klasse B). |
| Konsequenzen bei Verstoß | Bußgelder, Punkte, ggf. weitere Maßnahmen oder Entzug der Fahrerlaubnis. |
Leben mit dem „120er Führerschein“: Praktische Auswirkungen
Wenn Ihre Fahrerlaubnis mit der 120 km/h Beschränkung versehen ist, müssen Sie Ihr Fahrverhalten entsprechend anpassen:
- Ständige Einhaltung des Limits: Sie müssen darauf achten, jederzeit unter 120 km/h zu bleiben. Das erfordert bewusste Kontrolle über Ihre Geschwindigkeit, insbesondere auf Autobahnen oder Schnellstraßen. Tempomat kann hier ein nützliches Hilfsmittel sein.
- Fahrtplanung: Planen Sie für längere Fahrten mehr Zeit ein, da Sie die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten auf vielen Strecken nicht ausnutzen können. 120er Führerschein
- Fahrzeugwahl: Obwohl die meisten modernen Autos problemlos über 120 km/h fahren können, gilt die Beschränkung für Sie als Fahrer, nicht für das Fahrzeug. Sie dürfen also jedes Fahrzeug fahren, das unter Ihre Fahrerlaubnisklasse fällt, solange Sie die Geschwindigkeitsauflage einhalten.
- Versicherung: Halten Sie sich an die Auflage, hat dies in der Regel keine direkten negativen Auswirkungen auf Ihre Kfz-Versicherung. Kommt es jedoch zu einem Unfall und es stellt sich heraus, dass Sie das Geschwindigkeitslimit von 120 km/h missachtet haben, könnte dies unter Umständen zu Problemen bei der Schadensregulierung führen oder Versicherer könnten Regressforderungen stellen. Im Zweifelsfall sollten Sie Ihre Police prüfen oder Ihren Versicherer konsultieren.
- Psychologische Aspekte: Es kann anfangs ungewohnt oder frustrierend sein, langsamer als andere zu fahren. Erinnern Sie sich jedoch daran, dass die Auflage Ihrer Sicherheit dient und Ihnen ermöglicht, weiterhin mobil zu sein, aber eben unter auf Ihre Fähigkeiten angepassten Bedingungen. 120er Führerschein
Konsequenzen bei Missachtung der 120 km/h Beschränkung
Die 120 km/h Beschränkung ist eine verbindliche Auflage Ihrer Fahrerlaubnis. Das Ignorieren dieser Auflage hat rechtliche Konsequenzen:
- Bußgelder und Punkte: Wenn Sie bei einer Geschwindigkeitskontrolle mit über 120 km/h erwischt werden, handelt es sich nicht nur um eine einfache Geschwindigkeitsüberschreitung basierend auf der Streckenbeschränkung, sondern um einen Verstoß gegen eine Auflage Ihrer Fahrerlaubnis. Dies wird in der Regel strenger gehandhabt. Die genauen Bußgelder und die Anzahl der Punkte können variieren, sind aber oft höher als bei “normalen” Geschwindigkeitsüberschreitungen. 120er Führerschein
- Weitere Maßnahmen: Bei wiederholten oder schwerwiegenden Verstößen gegen die Auflage kann die Fahrerlaubnisbehörde weitere Maßnahmen prüfen, bis hin zur Anordnung einer erneuten Fahreignungsprüfung oder im schlimmsten Fall sogar zum Entzug der Fahrerlaubnis, wenn die Behörde zu dem Schluss kommt, dass Sie trotz der Auflage nicht bereit oder in der Lage sind, sich an die Regeln zu halten und somit eine Gefahr darstellen.
Kann die Beschränkung wieder aufgehoben werden?
Ja, in der Regel ist es möglich, die 120 km/h Beschränkung aufheben zu lassen. Dies ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft:
Sie müssen der Fahrerlaubnisbehörde nachweisen, dass die Gründe, die zur Verhängung der Auflage geführt haben, nicht mehr oder nicht mehr in dem Maße vorliegen, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung notwendig ist. Dies bedeutet meist, dass Sie erneut:
- Ein ärztliches Gutachten beibringen müssen, das bestätigt, dass Ihre gesundheitliche Situation sich verbessert hat oder stabil ist und das Fahren bei höheren Geschwindigkeiten aus medizinischer Sicht wieder unbedenklich ist.
- Ggf. eine erneute Fahrverhaltensprüfung absolvieren müssen, um unter Beweis zu stellen, dass Sie ein Fahrzeug auch bei Geschwindigkeiten über 120 km/h sicher beherrschen und adäquat auf Verkehrssituationen reagieren können.
Die Fahrerlaubnisbehörde wird die neuen Gutachten und Prüfergebnisse prüfen und entscheiden, ob die Auflage entfernt oder angepasst werden kann. Dieser Prozess erfordert Zeit, Geduld und die finanzielle Investition in die notwendigen Untersuchungen. 120er Führerschein
Fazit
Der „120er Führerschein“ ist keine eigenständige Klasse, sondern eine ernstzunehmende Auflage auf Ihrer Fahrerlaubnis, die aus Gründen Ihrer eigenen Sicherheit und der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer verhängt wird. Sie basiert auf einer individuellen Bewertung Ihrer Fahreignung, oft im Zusammenhang mit altersbedingten oder medizinischen Veränderungen.
Das Wichtigste ist, die Auflage zu verstehen und kon
