Der Führerschein Klasse AM (vormals M): Dein detaillierter Guide zu leichten Fahrzeugen
M Führerscheinklasse. Vielleicht hast Du schon mal vom “Mopedführerschein” der Klasse M gehört oder gelesen. Doch die Zeiten ändern sich, und mit ihnen die Führerscheinklassen in Deutschland und Europa. Die alte Klasse M gibt es in dieser Form nicht mehr – sie wurde durch die moderne Führerscheinklasse AM abgelöst. Wenn Du den Wunsch hast, mobil zu sein, aber noch zu jung für ein Auto oder ein größeres Motorrad bist, könnte der AM-Führerschein genau das Richtige für Dich sein. M Führerscheinklasse
Dieser Artikel führt Dich durch alles Wichtige, was Du über die Klasse AM wissen musst: Welche Fahrzeuge darfst Du damit fahren, wie alt musst Du sein, wie läuft die Ausbildung ab und was kostet der Führerschein ungefähr? Mach Dich bereit, Deine Fragen beantwortet zu bekommen und den ersten Schritt in Richtung unabhängiger Mobilität zu gehen.
Von M zu AM: Eine notwendige Entwicklung
Die alte Führerscheinklasse M erlaubte das Fahren von Kleinkrafträdern – meist bekannt als Mopeds oder Roller – mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 50 km/h und einem Hubraum von maximal 50 cm³. Sie war lange Zeit der Einstieg in die motorisierte Zweiradwelt für Jugendliche ab 16 Jahren (in einigen Fällen sogar ab 15).. M Führerscheinklasse
Im Zuge der europäischen Harmonisierung der Führerscheine, die am 19. Januar 2013 in Kraft trat, wurden die nationalen Klassen neu strukturiert. Die Klasse M ging in der neuen, erweiterten Klasse AM auf. Dies geschah, um sicherzustellen, dass die Fahrerlaubnisse in allen EU-Mitgliedstaaten leichter vergleichbar und gegenseitig anerkannt sind.. M Führerscheinklasse
Für Dich als zukünftiger Fahrer bedeutet das: Wenn Du heute einen “Mopedführerschein” machen möchtest, erwirbst Du die Klasse AM. Deine Fahrerlaubnis wird dann in ganz Europa anerkannt. Und falls Du noch einen alten Führerschein der Klasse M besitzt, keine Sorge: Dieser behält weiterhin seine Gültigkeit und berechtigt Dich zum Führen der Fahrzeuge, die nun unter die Klasse AM fallen.. M Führerscheinklasse
Was darfst Du mit dem AM-Führerschein fahren?
Die Führerscheinklasse AM ist nicht nur für die klassischen Mopeds und Roller gedacht. Sie deckt eine breitere Palette an leichten motorisierten Fahrzeugen ab. Das macht sie besonders vielseitig für kurze Strecken, den Weg zur Schule oder Arbeit, zum Sport oder um einfach mobil und flexibel zu sein.. M Führerscheinklasse
Ganz konkret erlaubt Dir der AM-Führerschein das Führen folgender Fahrzeugtypen:. M Führerscheinklasse
- Kleinkrafträder: Das sind die typischen Mopeds und Roller. Hier gelten folgende technische Begrenzungen:
- Bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h.
- Bei Verbrennungsmotoren: Hubraum von nicht mehr als 50 cm³.
- Bei Elektromotoren: Nenndauerleistung von nicht mehr als 4 kW.
- Leichte Quads und Trikes: Die Klasse AM umfasst auch bestimmte vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (oft als “Leichtmobile”, “Microcars” oder leichte Quads bezeichnet) und dreirädrige Kleinkrafträder. Auch hier gelten präzise Limits, die in der EU-Fahrzeugklasse L6e definiert sind:
- Bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h.
- Bei Fremdzündungsmotoren (Benzin): Hubraum von nicht mehr als 50 cm³.
- Bei anderen Verbrennungsmotoren oder Elektromotoren: maximale Nutzleistung/Nenndauerleistung von nicht mehr als 4 kW.
- Leermasse von nicht mehr als 350 kg. Bei Elektrofahrzeugen wird die Masse der Batterien nicht mitgerechnet.. M Führerscheinklasse
Es ist wichtig, dass Du genau diese technischen Grenzwerte beachtest. Ein Fahrzeug, das auch nur eines dieser Kriterien überschreitet (z. B. schneller fährt als 45 km/h oder einen größeren Hubraum hat), fällt nicht mehr unter die Klasse AM und erfordert eine höhere Führerscheinklasse (z. B. A1, A2 oder B).
Um den Überblick zu behalten, hier eine Tabelle, die die wichtigsten Merkmale der Fahrzeuge der Klasse AM zusammenfasst:. M Führerscheinklasse
| Fahrzeugtyp | Technische Begrenzung (Motor) | Höchstgeschwindigkeit | Masse (Leermasse) |
|---|---|---|---|
| Kleinkrafträder (Mopeds, Roller) | Max. 50 cm³ (Verbrenner) oder max. 4 kW (Elektro) | Max. 45 km/h | N/A |
| Fahrräder mit Hilfsmotor | Max. 50 cm³ (Verbrenner) oder max. 4 kW (Elektro) | Max. 45 km/h | N/A |
| Dreirädrige Kleinkrafträder | Max. 50 cm³ (Fremdzündung) oder max. 4 kW (andere/Elektro) | Max. 45 km/h | N/A |
| Leichte vierrädrige Kraftfahrzeuge (Kl. L6e) | Max. 50 cm³ (Fremdzündung) oder max. 4 kW (andere/Elektro) | Max. 45 km/h | Max. 350 kg (ohne Batterien) |
Dein Weg zum AM-Führerschein: Anforderungen und Ablauf
Der Weg zum AM-Führerschein ist klar geregelt. Hier sind die Schritte, die Du gehen musst:. M Führerscheinklasse
- Mindestalter: Das gesetzliche Mindestalter für den Erwerb der Klasse AM beträgt in Deutschland 16 Jahre. In einigen Bundesländern wird im Rahmen von Modellversuchen das Fahren von Mopeds (aber nicht allen AM-Fahrzeugen wie Quads) bereits ab 15 Jahren erlaubt (bekannt als Mopedprüfung mit 15). Informiere Dich hierzu direkt bei Deiner Fahrschule oder der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde in Deiner Region. Die Regelerlaubnis nach bestandener Prüfung erhältst Du aber frühestens mit 16.
- Antrag bei der Fahrerlaubnisbehörde: Bevor Du überhaupt mit der Fahrausbildung beginnen kannst, musst Du einen Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis der Klasse AM bei Deiner örtlichen Fahrerlaubnisbehörde stellen (oft beim Landratsamt oder der Stadtverwaltung angesiedelt). Für diesen Antrag benötigst Du in der Regel:. M Führerscheinklasse
- Einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.M Führerscheinklasse
- Ein biometrisches Passbild.
- Eine Bescheinigung über die Teilnahme an einem Kurs in Erster Hilfe (oft als “Lebensrettende Sofortmaßnahmen” oder neuerdings “Erste Hilfe” bezeichnet).
- Ein Sehtest-Bescheinigung (von einem Optiker oder Arzt).
- Den Nachweis über Deinen Wohnsitz.. M Führerscheinklasse
- Geld für die Antragsgebühr. Die Bearbeitung des Antrags kann einige Wochen dauern, plane dies also frühzeitig ein! Ohne den genehmigten Antrag darfst Du keine Theorie- oder Praxisprüfung ablegen.
- Theoretische Ausbildung: Die Theorieausbildung ist obligatorisch. Du besuchst die Theoriestunden in Deiner Fahrschule. Die Anzahl der vorgeschriebenen Doppelstunden (jeweils 90 Minuten) hängt davon ab, ob Du bereits andere Führerscheinklassen besitzt oder ob AM Deine erste Fahrerlaubnis ist:. M Führerscheinklasse
- Ersterteilung: Du benötigst 12 Doppelstunden Grundstoff (Basiswissen für alle Klassen) und 2 Doppelstunden Zusatzstoff (spezifisches Wissen für die Klasse AM). Das sind insgesamt 14 Doppelstunden (21 Zeitstunden).
- Erweiterung (Du besitzt bereits eine andere Klasse): Du benötigst nur 6 Doppelstunden Grundstoff und 2 Doppelstunden Zusatzstoff. Das sind insgesamt 8 Doppelstunden (12 Zeitstunden). In diesen Stunden lernst Du alles Wichtige über Verkehrsregeln, Verkehrszeichen, richtiges Verhalten im Straßenverkehr, Technik der Fahrzeuge und vieles mehr.
- Theoretische Prüfung: Nachdem Du die vorgeschriebene Anzahl an Theoriestunden besucht hast und Deine Fahrschule Dich für prüfungsreif hält, meldest Du Dich zur theoretischen Prüfung an. Diese findet in der Regel bei einer amtlich anerkannten technischen Prüfstelle (wie TÜV oder DEKRA) statt. Die Prüfung erfolgt am Computer per Multiple-Choice-Verfahren. Du musst Fragen zum Grundstoff und zum Zusatzstoff AM beantworten. Die Anzahl der zulässigen Fehlerpunkte ist begrenzt (bei Ersterteilung z. B. oft max. 10 Fehlerpunkte, wobei Fragen mit hoher Wertigkeit nicht falsch beantwortet werden dürfen).. M Führerscheinklasse
- Praktische Ausbildung: Parallel oder nach der Theorieausbildung beginnt die praktische Phase. Hier lernst Du unter Anleitung Deines Fahrlehrers das sichere Führen der Fahrzeuge der Klasse AM. Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestanzahl an Fahrstunden für die Klasse AM, wie es z. B. bei der Klasse B (Auto) der Fall ist. Dein Fahrlehrer entscheidet, wie viele Stunden Du benötigst, basierend auf Deinen individuellen Fortschritten und Fähigkeiten. Du lernst:
- Grundfahraufgaben (z. B. Slalom, langsames Fahren, Bremsen mit höchster Verzögerung).. M Führerscheinklasse
- Das Fahren im Realverkehr (innerorts, außerorts, bei unterschiedlichen Verkehrsbedingungen).
- Sicheres Abbiegen, Einordnen, Vorbeifahren und Überholen.
- Verhalten an Kreuzungen, Einmündungen und Ampeln.
- Umgang mit dem Fahrzeug.. M Führerscheinklasse
- Praktische Prüfung: Wenn Dein Fahrlehrer überzeugt ist, dass Du sicher und selbstständig fahren kannst, meldet er Dich zur praktischen Prüfung an. Diese findet ebenfalls bei einer amtlich anerkannten Prüfstelle statt und wird von einem amtlichen Sachverständigen abgenommen. Die Prüfung dauert in der Regel etwa 25 Minuten. Du musst sowohl Grundfahraufgaben als auch eine Fahrt im Realverkehr absolvieren. Der Prüfer achtet auf Dein Fahrverhalten, Deine Reaktion auf Verkehrssituationen und ob Du die Verkehrsregeln sicher anwendest.. M Führerscheinklasse
Kosten des AM-Führerscheins
Pauschal zu sagen, was ein AM-Führerschein kostet, ist schwierig, da die Preise regional, zwischen Fahrschulen und je nach Deinen individuellen Fähigkeiten stark variieren. Die Kosten setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen:. M Führerscheinklasse
- Grundgebühr der Fahrschule: Für die Anmeldung, theoretischen Unterricht und Verwaltungsaufwand.
- Kosten für Theoriestunden: Oft in der Grundgebühr enthalten, manchmal separat berechnet.
- Lernmaterialien: Bücher, Online-Zugänge für die Theorieprüfungsvorbereitung.
- Kosten für Fahrstunden: Pro Fahrstunde (meist 45 Minuten). Da es keine Mindestanzahl gibt, hängt der Endpreis stark davon ab, wie viele Stunden Du benötigst.
- Vorstellung zur Theorieprüfung: Gebühr der Fahrschule für die Organisation und Durchführung der
- Prüfgebühr für die Theorieprüfung: Direkt an die Prüfstelle (TÜV/DEKRA) zu zahlen.
- Vorstellung zur Praktischen Prüfung: Gebühr der Fahrschule plus Leihgebühr für das Prüfungsfahrzeug.
- Prüfgebühr für die Praktische Prüfung: Direkt an die Prüfstelle (TÜV/DEKRA) zu zahlen.
- Kosten für Erste Hilfe Kurs und Sehtest: Einmalig an den Anbieter zu zahlen.
- Antragsgebühr bei der Fahrerlaubnisbehörde: An die Behörde zu zahlen.
Insgesamt kannst Du für den Erwerb des AM-Führerscheins mit Kosten im Bereich von 500 bis 900 Euro oder sogar mehr rechnen, je nachdem, wie viele Fahrstunden Du benötigst und wo Du ihn machst. Es lohnt sich immer, die Preise verschiedener Fahrschulen in Deiner Nähe zu vergleichen.
Vorteile des AM-Führerscheins
Warum solltest Du Dich für den AM-Führerschein entscheiden? Er bietet Dir einige handfeste Vorteile:
- Frühe Mobilität: Schon ab 16 Jahren (oder in Ausnahmefällen 15) bist Du unabhängig unterwegs.
- Flexibilität: Du bist nicht mehr auf öffentliche Verkehrsmittel, Eltern oder Freunde angewiesen.
- Kostenersparnis: Im Vergleich zu einem Auto sind Anschaffung, Versicherung und Unterhalt für Fahrzeuge der Klasse AM deutlich günstiger.
- Einstieg in den Straßenverkehr: Du sammelst erste wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr, was Dir bei eventuellen späteren Führerscheinklassen (wie B oder A1) zugutekommt.
- Umweltfreundlicher (oft): Viele moderne Roller und Leichtmobile sind dank geringerem Verbrauch oder Elektroantrieb umweltfreundlicher als Autos. M Führerscheinklasse
FAQs zum Führerschein Klasse AM
Hier beantworten wir einige häufig gestellte Fragen zum AM-Führerschein:
- Kann ich heute noch den alten M-Führerschein machen? Nein, die Klasse M wird seit 2013 nicht mehr ausgestellt. Du machst stattdessen die Klasse AM.
- Darf ich mit dem AM-Führerschein auch Mofas fahren? Ja, Mofas (max. 25 km/h, i.d.R. ab 15 Jahren) sind in den Berechtigungen des AM-Führerscheins enthalten. Du benötigst also keine separate Mofa-Prüfbes M Führerscheinklasse
